Gemeinsame Presseerklärung Ortsgemeinde Rheinbrohl / Förder- und Wohnstätten gGmbH Kettig/Neuwied

Rheinbrohl. „Die Ortsgemeinde Rheinbrohl begrüßt die Absicht der Förder- und Wohnstätten gGmbH Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung auf dem Gelände des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Hilgers AG zu errichten.“ Mit diesen Worten kommentiert der Ortsbürgermeister Oliver Labonde die Planungen des gemeinnützigen Trägers in den nächsten Jahren im Ort Rheinbrohl zu investieren. Es geht dabei um die Schaffung von Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung, für die ein Bedarf auf Wohn- und Förderangebote besteht. Seitens des Kreisvorstandes des Landkreises Neuwied wird diese Planung ebenso begrüßt, da etliche Menschen aus der Stadt und dem Kreis Neuwied bei der Förder- und Wohnstätten gGmbH (FWS) auf einer Warteliste stehen.

Die FWS ist im Landkreis Neuwied nicht unbekannt, da bereits ein Betreutes Wohnen und eine sogenannte Außenwohngruppe in Neuwied etabliert sind und ebenso eine Wohneinrichtung in Leutesdorf. Die FWS gGmbH Kettig hat sich innerhalb der Wohlfahrtspflege dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen und ist insofern überparteilich und nicht konfessionsgebunden.

Bevor die FWS im Jahre 2002 ihren Verwaltungssitz an ihre größte Niederlassung nach Kettig verlegt hat, agierte sie seit ihrer Gründung im Jahre 1991 zunächst vom Heilpädagogischen Zentrum (HTZ) in Neuwied aus. Zu ihren Gesellschaftern gehören neben dem HTZ der Verein für Menschen mit Behinderung Neuwied/Andernach e.V. und der Verein zur Betreuung blinder und sehbehinderter Kinder Neuwied e.V. Das Sozialministerium in Mainz, dem auch künftig in der Behindertenhilfe die konzeptionelle Verantwortung obliegen wird, ist in die Planungen vor Ort involviert und hat im Frühjahr 2017 grünes Licht für eine weitere Wohneinrichtung gegeben.

Die Suche nach einem geeigneten Baugrundstück führte den Geschäftsführer der FWS, Dr. Alfred Marmann, nach Rheinbrohl, denn dort konnte Ortsbürgermeister Labonde mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Hilgers AG eine Liegenschaft in Aussicht stellen. Das zwischen dem Bahnhof und dem Ortskern, nahe dem Rathaus gelegene Gebäude mit ca. 4.000 Quadratmetern Grundstück, bietet nach Meinung der Gesellschafter der FWS eine sehr gute Chance, um für die Wohninteressenten  attraktive Lebensmittelpunkte an einem inklusiven Standort aufzubauen. Mit der Vernetzung in den Ort ist damit ein Ziel vorgegeben, das heutzutage in der Behindertenhilfe zum inklusiven Programm gehört, denn auch den Menschen mit Behinderung sollen alle Möglichkeiten zur Teilhabe angeboten werden, möglichst in der Gesellschaft leben zu können und nicht weitgehend isoliert, wie in der Vergangenheit allzu oft praktiziert.

Die FWS wurde mit der Firma Ferrostaal aus Essen, die mit der Veräußerung des Objekts in der Hilgersstraße betraut ist, handelseinig. Nachdem der Kaufvertrag inzwischen notariell abgeschlossen und in Kürze der Eigentümerwechsel vollzogen ist, können beim künftigen Anbieter sozialer Dienstleitungen der Behindertenhilfe in Rheinbrohl die Planungen konkret starten. Geplant sind an diesem Standort 24 Wohnmöglichkeiten in Wohngemeinschaften und weiterhin eine sogenannte Tagesförderstätte für diejenigen Bewohner und Bewohnerinnen, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung keiner Arbeit, auch nicht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, nachgehen können. Ob dieses Wohn- und Betreuungskonzept noch durch weiteren barrierefreien Mietraum abgerundet wird, fließt als zusätzliche Option nun in die nächsten Vorüberlegungen ein. Bei den Planungen soll auch der Ort Rheinbrohl von Beginn an beteiligt werden.

Diese Absicht begrüßt Bürgermeister Labonde sehr. Er freut sich auf die neuen Mitbürgerrinnen und Mitbürger im Ort Rheinbrohl, mit denen mitten im Gemeinwesen verschiedenste Arbeitsplätze geschaffen werden und ebenso auch Nachfragen bei den Geschäfts- und Gewerbebetrieben.

Bei einem kürzlich durchgeführten Ortstermin stellte die FWS erste Fakten zu den zunächst geplanten Schritten vor. Eine erste Untersuchung zur Machbarkeit durch ein Architekturbüro führte zu der Empfehlung das alte Gebäude abzureißen, da die Substanz über die Jahre sehr gelitten hat. Damit wird sich das Gesicht der Hilgersstraße nachhaltig verändern, weil gleichzeitig die Brücke im 1. Stock, die über viele Jahre das Verwaltungsgebäude mit den Produktionshallen der Hilgers AG verband, wegfällt. Es soll nun in einem kleinen Architektenwettbewerb zügig ein Planungs- und Baukonzept erarbeitet werden, das dann dem Ortsgemeinderat und damit auch der Öffentlichkeit präsentiert wird. Nach derzeitigem Planungsstand gehen die Verantwortlichen davon aus, ab dem Jahr 2020 die ersten Neubürger in einem angenehmen Wohnambiente auf dem ehemaligen Gelände des Verwaltungsgebäudes der Hilgers AG begrüßen zu können.

Da sich der bisherige Geschäftsführer Marmann bald in den Ruhestand verabschiedet, wird seine designierte Nachfolgerin Iris Schubert das Projekt vorantreiben. Frau Schubert freut sich auf die Herausforderung und erklärte beim ersten Kennenlernen gegenüber dem Ortsübermeister: „Ich freue mich über den Standort bei Ihnen in Rheinbrohl, denn ich konnte mich bereits vom Charme des Ortes überzeugen. Für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner aber auch für unsere Mitarbeiterschaft haben das gewachsene Bebauungsgebiet und der Ort mit seinen reichhaltigen Angeboten viel zu bieten. Unser Ziel ist es ein angenehmes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung hier in Rheinbrohl zu realisieren. Hierzu werden wir die Kooperation und Nähe zum Gemeinderat, zu den Vereinen, allen Anbietern von sozialen oder gewerblichen Dienstleistungen und natürlich den direkten Nachbarn gerne suchen.“

Der Abriss des alten Verwaltungsgebäudes der Hilgers AG soll je nach Dauer des Genehmigungsverfahrens noch im Jahre 2018 erfolgen.

 Oliver Labonde, Ortsbürgermeister Rheinbrohl

Iris Schubert, Geschäftsführung FWS gGmbH

Dr. Alfred Marmann, Geschäftsführung FWS gGmbH

Rheinbrohl
v.l.n.r. Dr. Alfred Marmann, Iris Schubert, Oliver Labonde
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